Neue Active Decompression Technology von Jacobs ermöglicht Start-Stopp-Technologie ohne Vibrationen des Führerhauses

Indem sie Kabinenvibrationen bei der Motorabschaltung verhindert, erhöht die Active Decompression Technology (ADT) die Bereitschaft von LKW-Fahrern zur Verwendung einer Start-Stopp-Automatik, die Kraftstoffverbrauch und Emissionen reduzieren kann.

BLOOMFIELD, CT, USA – Jacobs Vehicle Systems® hat die Active Decompression Technology® (ADT®) vorgestellt. Mit dieser Technologie können Lastkraftwagen die Vorteile von Start-Stopp-Systemen ohne die typischen Motorvibrationen beim Start und bei der Abschaltung nutzen. Über die Kraftstoffeinsparungen und die Reduzierung des Schadstoffausstoßes hinaus, optimiert ADT Kaltstarts des Motors, reduziert die Anlaufbelastung sowie den Verschleiß von Motorkomponenten und beschleunigt die Inbetriebnahme.

Die ADT-Komponente von Jacobs beruht auf Ventilsteuerungssystemen, die sich über Millionen von Kilometern bewährt haben und kostengünstig in zahlreiche Motorplattformen integriert werden können.

Start-Stopp-Automatiken zur Abschaltung des Motors in Leerlaufsituationen sind bei PKW bereits weit verbreitet, haben im LKW-Sektor aber noch großes Potenzial. Das liegt vor allem an den lästigen Vibrationen des LKW-Motors bzw. Führerhauses beim Starten und Stoppen sowie an den Kosten für Technologien zum Ausgleich der höheren Beanspruchung von Anlasser, Zahnkranz und Batterie. ADT überwindet diese Hemmnisse.

Umfangreiche Tests haben ergeben, dass ADT die Motorvibrationen und damit die auf das Führerhaus übertragenen Amplituden und Frequenzen um 90 % reduziert. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass Fernfahrer, die in der Kabine übernachten, nicht geweckt werden, wenn der Motor automatisch anspringt und stoppt, um den Ladezustand der Batterie zu erhalten.

Bei jedem Ein- und Abschalten des Motors aktiviert die Motorsteuerung automatisch das ADT-Gerät, welches die Motorventile offen und die Zylinder drucklos hält. Beim Abschalten läuft der Motor ohne Kabinenvibration sanft aus. Beim Start wird der Motor im dekomprimierten Zustand gehalten, wodurch sich das Drehmoment um 40 % verringert. Hierdurch erhöht sich die Anlassdrehzahl bis zum Zweifachen. Die Vorteile sind sanfteres Anlaufen, schnellere Kraftstoffansaugung und geringerer Verschleiß von Startanlage, Kurbel, Lagern und anderen Komponenten. Unter Umständen ist hierdurch sogar die Verwendung kleinerer und leichterer Batterien, Kabel und Anlasser möglich.

Indem es den Motor im dekomprimierten Zustand schneller auf Touren bringt, verbessert ADT das Kaltstartverhalten. Bei Verwendung eines Ansauglufterhitzers ermöglicht ADT auch eine Vorwärmung der Zylinder ohne Kompression. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die Batterie bei Minusgraden schwach ist. Bei Erreichen der Anlassdrehzahl kann die Motorkompression wieder aktiviert und die Kraftstoffeinspritzung begonnen werden.

Hierzu sagt Steve Ernest, Vice President of Engineering and Business Development bei Jacobs Vehicle Systems: „ADT ist eine Weiterentwicklung der bewährten Ventilsteuerungssysteme von Jacobs, die zusätzliche Vorteile bietet: Einige Hersteller werden sich für ADT interessieren, weil es das Fahrzeug durch Eliminieren der Motor- und Kabinenvibrationen aufwertet. Andere Kunden – vor allem die Hersteller von Fahrzeugen mit häufigen Start-Stopp-Zyklen – werden die geringere Komponentenbeanspruchung, die Kraftstoffeinsparungen und den reduzierten Schadstoffausstoß begrüßen.“

Die Einführung von ADT folgt auf zwei weitere neue Applikationen der Ventilsteuerungstechnologie von Jacobs: die zweistufige VVA (Variable Ventilbetätigung) und die CDA (Zylinderabschaltung).

Das zweistufige VVA-System am Einlassventil beeinflusst den Schließzeitpunkt, um das Verdichtungsverhältnis lastabhängig zu optimieren und die Emissionen zu reduzieren. Bei Verwendung am Auslassventil wird der Öffnungszeitpunkt im Hinblick auf das Einschwingverhalten des Turboladers optimiert, um das Nachbehandlungssystem im Schwachlastbetrieb auf Temperatur zu halten.

CDA unterbindet das Öffnen der Einlass- und Auslassventile deaktivierter Zylinder, um in den Arbeitszylindern höhere Abgastemperaturen zu erreichen. Hierdurch erhöht sich der Wirkungsgrad der selektiven katalytischen Reduktion (Selective Catalytic Reduction, SCR) zur Reduzierung von Emissionen. Durch Zylinderabschaltung mit CDA können große Motoren dieselbe Kraftstoffeffizienz erreichen wie kleinere Motoren.

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